Candy´s Akupunkturgeschichte

 

    Hi ! Ich bin Candy !!

                               Jetzt bin ich auch mal dran was zu erzählen.
 

 

Einige von euch werden noch aus früheren Berichten wissen, dass Bonny und ich am 26. Januar 2004 von Franz Glatzel (TSV -  Neuss) auf abenteuerliche Weise von Ungarn nach Neuss gebracht wurden.  Mit im alten Kombi waren noch 12 andere Leidensgenossen. Bonny und ich wurden gleich von unserem neuen Frauchen und Herrchen abgeholt. Wir wohnen jetzt in Gusterath bei Trier.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                                     Candy noch in Ungarn
   
  Puuh,  war das eine lange kalte Fahrt von Ungarn
  nach Deutschland.
 
  Was waren wir doch für arme Würstchen!!
 
 
 
 
 
 
 
 
    Bonny und ich noch in Ungarn
 
 
Eigentlich wusste ich vorher nicht, wo ich überhaupt landen würde. Das war mir aber ziemlich egal. Mir ging es fürchterlich schlecht; mir war kalt, ich hatte Hunger, alle Knochen und Gelenke taten mir weh; viel schlimmer konnte es nicht kommen, ausser dass ich in der Tötungsstation in Ungarn erschlagen worden wäre.
 

 

Nun, bei meinem neuen Frauchen und Herrchen angekommen, traute ich dem Frieden aber vor lauter Angst zunächst auch nicht. Man weiss ja nie, was noch alles geschieht; immer volle Deckung und möglichst nicht erwischen lassen.
 

In meinem neuen Zuhause wurde ich erst einmal in die Badewanne gesateckt. Die lange Reise von Ungarn nach Gusterath hatte auch ihre Spuren hinterlassen. Davon will ich aber lieber nicht erzählen. Das wäre viel zu unappetitlich !

Na, wenigsten gab es gut zu essen und ein warmes Körbchen konnte ich mir mit Bonny teilen und auch Frauchen, Herrchen und Bonny waren ganz lieb zu mir.
 
   
   
 
Also, gesundheitlich ging es mir überhaupt nicht gut.
Muckis hatte ich kaum noch in den Beinen. Beim Fressen konnte ich nur sitzen, und wenn ich aufstehen wollte, musste ich erst ca. zwei Meter mit meinem Popo über den Boden rutschen, um dann mit Schwung auch auf die Hinterbeine zu kommen.
Jedes Mal eine ziemlich umständliche Prozedur; und die Knochen und Gelenke taten mir ganz schön (?) weh. Beim Laufen konnte ich nur hüpfen, das linke Hinterbein konnte ich dabei fast gar nicht benutzen; ein unheimlich anstrengendes Gassigehen.
 
Zu allem Leidwesen wurde ich auch noch zu diesen Weisskitteln (von denen hatte ich seit meiner Kastration in Ungarn die Schnauze voll) Dr. M. Kornberg und Co. in die Tierklinik nach Trier gebracht.
 
In Ungarn bin ich schwer verletzt worden; ein Beckenbruch und mehrere Rippenbrüche aus früheren Zeiten wurden nun durch Röntgenaufnahmen festgestellt; mein ganzes Skelett ist dadurch schief verwachsen, weil ich in Ungarn nicht tierärztlich versorgt wurde; durch Arthrose hatte ich schlimme Schmerzen,  besonders in den Hüftgelenken.
 
 
                                 
                
Geröntgt, Ultraschall, geimpft, Aufbauspritzen und die scheusslich schmeckenden Tabletten und Tropfen. Ich liess alles über mich ergehen. Mir wurde gut zugeredet und ich dachte, vielleicht ist das doch alles zu etwas nütze. Mein Motto war jetzt nur noch:
 
         "schlimmer kann es nicht mehr werden".
 
 Zu allem Leidwesen hatte mich auch noch eine Wespe gestochen.Wie ein Monster habe ich ausgesehen.      
Weil ich nicht so gut und weit laufen konnte, zog mein neues Herrchen mich mit Bonny in einem Fahrradanhänger hinter sich her.
Wie toll dass es das Internet gibt ! Keine Ahnung, was das ist, aber durch das Internet kam ich hierher und im Internet wurde die Adresse von Frau Dr. Rogalla in Nidderau gefunden. Die hat sich auf Goldakupunktur spezialisiert.
Toll:  Gold liebe ich, aber dem Akupunkt traue ich nun doch nicht.
 
Mein neues Frauchen hat mir später erzählt was passiert war. Eine Narkosespritze und dann wurden unter dem Röntgengerät echte Goldkügelchen an meine Gelenke und die Wirbelsäule implantiert. Nach ca. zwei Stunden wurde ich wieder wach und konnte mit nach Hause fahren.
 
Hm, ein Goldkind bin ich nun auch noch, nachdem ich bereits von einem echten Priester beim Dackel-Sommerfest in Wadern (Saarland) mit Weihwasser (eine volle Ladung hatte ich abbekommen) bespritzt und gesegnet wurde. Richtig schütteln musste ich mich, buuuh !
 
Adelig war ich ja schon, als ich nach Deutschland kam: "von Ungarn".
Mit vollem Namen heisst jetzt Durchlaucht (das bin ich)
 
"gesegnete, goldene Prinzessin Candy von Ungarn"
 
 
Und was hat die ganze Tortur, die ich durchgemacht habe, denn nun gebracht !?
Na, am Anfang denkt man für das viele Geld muss doch irgend ein Erfolg sichtbar sein. Nach zwei Tagen nichts, nach fünf Tagen nichts, nach zwei Wochen nichts; alles für die Katz !? Und dann nicht mehr daran geglaubt !!
 
Aber !! Nach ca. vier Wochen habe ich auf drei Beinen stehend aus meinem Näpfchen gefressen und aus zwei Metern Rutschbahn wurden ca. 70 cm. Die Gelenke taten auch nicht mehr ganz so weh; die scheusslichen Tropfen bekam ich immer seltener. Beim Laufen konnte ich plötzlich alle drei Schritte auch mein linkes Hinterbein aufsetzen. Na, wenn das so bleibt kann ich ganz zufrieden sein. 
Nun bekam ich noch Physiotherapie bei Katja Lange. Beine recken und strecken, über Holzleisten laufen und lauter solche Übungen. Leckerli gab´s dazu, dafür habe ich mich auch angestrengt, alles richtig zu machen. Es ging mir immer besser; der Erfolg wurde immer mehr sichtbar.Inzwischen geniesse ich die regelmässigen Massagen und Gumminastikübungen mit meinem Frauchen.
Nun nach über vier Monaten weiß ich gar nicht mehr wie es vorher war. Ich rutsche kaum noch mit meinem Popo über den Boden; aus dem Sitzen kann ich fast sofort aufstehen und auf allen Vieren richtig laufen. Beim Fressen stehe ich auf allen vier Beinen und auch das Stehen auf einer Stelle halte ich schon sehr lange aus. Das Laufen an der Leine ist kein Problem mehr; ich gehe ganz normal im Tippelschritt neben meinen Leuten her; meine Behinderung merkt man mir fast gar nicht mehr an.
 
Mit Bonny kann ich jetzt im Garten um die Wette flitzen und die Vögel sind nun vor mir auch nicht mehr sicher.
 
Ab und zu kann ich mich auch ganz kurz auf die Hinterbeine stellen. Vom Couchtisch habe ich schon ein Stückchen Kuchen stibitzt. Sogar auf das Sofa und aus dem Auto bin ich schon gesprungen. Da hat mein Herrchen aber zum ersten Mal ganz fürchterlich mit mir geschimpft. Ich tue das nie wieder !!!
Schmerzmittel bekomme ich auch nicht mehr. Meine Muckis sind auch viel fester geworden. Also, wenn das kein Fortschritt ist. Mein Motto heisst jetzt nur noch:
          "es kann jetzt nur noch besser werden."
 
 
 
 
Ja, ich bin sehr froh, dass es Bonny und ich so gut getroffen haben und es uns jetzt soooo gut geht.
 
Bei allen, die dazu beigetragen haben, dass ich wieder fröhlich umhertollen kann, sage ich ganz, ganz herzlichen Dank, denn wir beide sind jetzt echte Glücksschweinchen !
 
        Und das ist nun meine neue 
        Familie !!
 
 
In diesem Sinne, herzlichst eure Candy
"gesegnete, goldene Prinzessin von Ungarn"
 

                                                 

                                                        

© copyright by F.C.E.Wedler : Dezember 2004
In Memoriam / Candy *2001 +2017

 

 

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