Samantha Teil 2

Samantha: Teil 2

 

Mein Leben mit Macho und Familie

 

Hallo ihr Zweibeiner,

heute will ich euch erzählen, wie meine Geschichte weiterging.

In der neuen Unterkunft hat es mir von Anfang an gut gefallen. Erst einmal habe ich einen Rundgang

durchs Haus gemacht und alles inspiziert.

Aber der erste Spaziergang hat mich ganz schön erschreckt. Mir wurde ein Halsband mit Leine angelegt,

… das war ja doof! Der andere Hund durfte nur mit Halsband und OHNE Leine raus und ist auch gleich vorne

weg gelaufen. Ich habe dafür dann rumgetrödelt und jeden Baum zweimal beschnuppert. Als ich gerade mein

Geschäftchen machen wollte, kamen zwei weiße Hunde angelaufen, an Macho vorbei direkt auf mich zu.

Das war zu viel! und habe aus lauter Angst Schutz hinter Herrchen gesucht und nach ihnen geschnappt. Das fanden

meine Menschen nicht so toll. Sie haben mich einfach hervorgezogen und mich den anderen zwei Hunden vorgestellt.

Ich hatte in meinem bisherigen Leben noch nie weiße Hunde gesehen und war dann doch ein bisschen neugierig und

habe an mir schnüffeln lassen. Was soll ich sagen, die riechen genauso wie jeder andere Hund. Macho hat gleich mit

ihnen gespielt, es waren ja auch zwei Mädchen … der olle Verräter!

Ich hab mir das alles angesehen und wollte eigentlich viel lieber wieder nach Hause. Leider musste ich doch noch ein

gutes Stück laufen und da hab ich dann doch noch mit der einen Hündin gespielt. Als wir dann wieder zu Hause waren,

gab es endlich was zu fressen. Erst hat Macho sein Futter bekommen und nachdem ich „Sitz“ gemacht habe, gab es

auch endlich was für mich.

Auf einmal habe ich mitbekommen, dass Macho viel mehr Futter im Napf hatte als ich.

Das ging aber gar nicht. Also bin ich direkt an sein Näpfchen und wollte ordentlich zuschlagen. Macho hat mich auch

gelassen, aber die Menschen fanden das nicht witzig. Sie haben geschimpft und mir wieder, meine viel zu kleine Portion,

vorgesetzt. Das läuft hier aber komisch ab. In meinem alten zu Hause galt das Motto „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Ich gehörte natürlich immer zu den ersten und schnellsten. Macho guckte mich nur mitleidig an. Aber irgendwann, das wusste

ich, klaue ich sein Futter, denn schließlich muss ich doch noch wachsen. Irgendwann war Schlafenszeit und ich sollte mir mit

Macho ein Körbchen teilen, aber das wollte Macho absolut nicht.

Ich konnte das gar nicht verstehen, ich bin doch eine richtige

Schönheit und schnarche nur manchmal. Also bekam ich eine Kuscheldecke für die Nacht und am nächsten Tag mein eigenes

Körbchen, was mir meine Menschen direkt neben Machos stellten. Der wollte da auch gleich rein und alles beschnüffeln, aber

das fand ich nicht so toll und hab auch gleich nach ihm geschnappt. Ihr Zweibeiner, was soll ich euch sagen, da war auf einmal

was los. Beide Menschen haben mit mir geschimpft und dann haben sie mich auch noch mit dem Körbchen auf die andere Seite

des Zimmers geschoben. Das war dann alles ein bisschen zuviel für mich. Ich hab unter mich bepieselt und mich auf den Rücken

geschmissen, da war dann sofort Ruhe. Frauchen hat das Malheur weggeputzt und Herrchen hat mir ins Gewissen geredet, da

meine Aufenthaltsgenehmigung noch wackelig sei und ich mich von meiner besten Seite zeigen soll, sonst würde Frauchen ein

neues Zuhause suchen. Wie doof … ich habe doch alles richtig gemacht, oder?! Naja, Macho war nicht nachtragend und hat mit

mir Fangen gespielt und mir alle seine Sachen gezeigt.

Als meine Menschen dann am Tisch saßen, habe ich richtig Rabatz gemacht

und gebellt. Die hatten so viel schöne Sachen und das hat so gut gerochen, aber die wollten mir einfach nichts geben. Zum Schluss

haben die mich einfach in mein Körbchen gesetzt und dort musste ich dann auch bleiben. Das sind so Sachen, an denen wir dann

noch arbeiten müssen. Von Macho kam keinerlei Unterstützung. Der saß auf seinem Platz, als wenn er die ganzen Leckereien gar

nicht gerochen hätte.

Bei unserer nächsten Gassi-Runde habe ich wieder neue Hunde kennengelernt. Jeder wollte mir sofort „Hallo“ sagen. Da mir das

immer noch nicht geheuer war, hab ich jeden, der mir zu nah kam, weggeschnappt. Schon wieder fanden meine Menschen das nicht

so gut und ließen jeden Hund an mir schnüffeln. Na prima, wer bin ich denn?! Als dann alle miteinander umherliefen und spielten,

kam ich mir ziemlich blöd vor und hab dann einfach mitgemacht.

Und so lernte ich jeden Tag neue Hunde kennen und tobte mit denen durch die Gegend. Eins muss ich euch noch sagen, es ist richtig

toll, wenn man sich schmutzig macht und durch jede Pfütze flitzt. Schließlich sind die weißen Hunde so schön flauschig und man kann

sich wunderbar sauber machen. Leider sahen die dann ziemlich dreckig aus und bekamen auch ziemlichen Ärger mit ihrem Frauchen.

Ich fand das richtig witzig und machte das bei jeder Gelegenheit. Mal ganz ehrlich, welche anständigen Hunde sind denn schon weiß

und flauschig. Sie nennen sich Bijou Friese und denken von sich, das sie was ganz besonderes wären. Na wenn sie meinen, nichts

geht über einen echten Dackel das muss ich euch aber nicht sagensmiley

Das Leben mit Macho klappte auch immer besser. 

Gut, wenn es an der Tür klingelt, macht er schon genauso Radau wie ich und wir

bekommen dann auch beide geschimpft, aber es macht ein riesen Spaß … bis heute! Die Körbchen-Sache wurde dann auch geklärt,

ich darf in seins und er ab und zu, aber nur wenn ich gute Laune hab, in meins.

Macho ist halt ein richtiger Kavalier. Das klappt beim Futter leider gar nicht.

Herrchen passt wie ein Schießhund auf, das ich nicht „klauen“ gehe.

Also ihr seht schon, mir geht’s sooo richtig gut und von einer neuen Familie hat auch niemand mehr gesprochen.

Ab und zu wird mit dem Tierheim gedroht, wenn ich mal wieder besonders frech war, aber eigentlich können

sie froh sein das sie mich haben.

Frauchen muss auch oft über mich lachen und wir haben endlich die Couch für uns erobert.

Das Leben kann so schön sein und für Herrchen bin ich nur noch seine „Püppi“. Das ist wahre Liebe!

Bis bald eure

Dackeldame Samantha

Beitrag und Fotos: Ramona Schöning

© Copyright by Ramona Schöning

 

 

Nach oben